Animierter blauer Kreisbogen als Gestaltungselement
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Zahnersatzsysteme im Vergleich: All-on-4® vs. klassische Prothese – welche Lösung passt zu mir?

Lächelnde Dame mit schönen Zähnen, Zahnersatzsysteme im Vergleich: All-on-4® vs. klassische Prothese

Wenn alle Zähne fehlen, stehen Patienten vor der Wahl zwischen verschiedenen Zahnersatzsystemen. Zwei der wichtigsten Optionen sind die All-on-4®-Methode und die klassische Vollprothese. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, abhängig von individuellen Bedürfnissen, gesundheitlichen Voraussetzungen und finanziellen Möglichkeiten.

Was ist All-on-4®?

All-on-4® wurde speziell für zahnlose Kiefer entwickelt. Dabei werden vier Implantate pro Kiefer in genau berechneten Winkeln in den Knochen eingebracht. Zwei vordere Implantate werden senkrecht gesetzt. Zwei hintere Implantate werden in einem Winkel von etwa 30–45 Grad geneigt eingesetzt. Diese spezielle Implantat-Positionierung ermöglicht es häufig, auf aufwendigen Knochenaufbau zu verzichten, selbst bei geringer Knochensubstanz. Bei sehr starkem Knochenabbau kann außerdem auf besonders lange Zygoma-Imlantate zurückgegriffen werden.

Der Ablauf:

  • Voruntersuchung: Digitale Planung mit 3D-Röntgen (DVT).
  • Chirurgischer Eingriff: In einer einzigen OP werden die vier Implantate gesetzt.
  • Sofortversorgung: In vielen Fällen wird innerhalb von 24 Stunden eine provisorische, festsitzende Prothese befestigt.
  • Endversorgung: Nach der Einheilphase (ca. 3–6 Monate) erfolgt die Anfertigung der definitiven hochwertigen Versorgung.

All-on-4® ist bestens wissenschaftlich dokumentiert, mit Erfolgsquoten von 98 % nach 7,5 Jahren.

Klassische Einzelimplantate

Beim klassischen Implantatsystem ersetzt jedes Implantat einen einzelnen fehlenden Zahn. Implantatbrücken können auch 2-3 Zähne ersetzen. Bei vollständigem Zahnverlust müssten je nach Kiefer 8–12 Implantate gesetzt werden. Dieses System wird vor allem bei Teilverlust von Zähnen eingesetzt, wenn diese erst nach und nach verloren gehen. Bei vollständiger Zahnlosigkeit ist es selten wirtschaftlich sinnvoll.

Der Ablauf:

  • Vorbereitung: Oft Knochenaufbau nötig, vor allem bei länger zurückliegendem Zahnverlust (Sinuslift, Augmentation).
  • Mehrere chirurgische Eingriffe: Implantate werden stufenweise gesetzt.
  • Heilungsphasen: Einheilung pro Implantat dauert meist 3–6 Monate.
  • Prothetische Versorgung: Nach vollständiger Integration erfolgt die Anfertigung der Einzelkronen bzw. Brücken.

Herausnehmbare Totalprothesen

Die klassische Totalprothese ist seit Jahrzehnten die Standardversorgung für zahnlose Kiefer. Sie besteht aus einer zahnfleischfarbenen Kunststoffbasis und Zähnen aus Kunststoff oder Keramik. Sie muss täglich entnommen und gereinigt werden. Bei starkem Knochenabbau verschlechtert sich der Halt deutlich.

Besonderheit im Oberkiefer: Gaumenplatte

Im Oberkiefer wird die Prothese üblicherweise mit einer vollflächigen Gaumenplatte gefertigt. Durch die Gaumenabdeckung entsteht ein Vakuumeffekt, der den Halt verbessert.
Die Platte verteilt den Kaudruck außerdem gleichmäßig. Leider gibt es auch zahlreiche Nachteile, die Patienten in Betracht ziehen müssen. Viele Patienten berichten, dass Speisen weniger intensiv schmecken, da die Geschmacksknospen am Gaumen nicht mehr aktiv mitwirken. Außerdem können Sprachschwierigkeiten, ein verändertes Kaugefühl und das  Fremdkörpergefühl problematisch sein. Da keine Belastung auf den Kieferknochen erfolgt, bildet sich dieser mit der Zeit zurück, was den Prothesenhalt langfristig verschlechtert.

Sollten noch Restzähne vorhanden sein, die genügend Stabilität bieten, dann kann auch im Oberkiefer eine Prothese ohne Gaumenplatte daran befestigt werden.

Unterkiefer-Problematik:

Im Unterkiefer gibt es in der Regel keine Gaumenplatte. Hier stützt sich die Prothese nur auf den schmaleren Kieferkamm und die Zunge begrenzt zusätzlich die Stabilität. Viele Patienten klagen deshalb bei Unterkiefer-Prothesen über mangelnden Halt, Schmerzen beim Kauen und häufig notwendige Nachbesserungen.

Vergleichstabelle der Zahnersatzsysteme

Kriterium All-on-4® Einzelimplantate Herausnehmbare Prothese
Haltbarkeit 20+ Jahre bei guter Pflege 20+ Jahre bei guter Pflege 5–15 Jahre
Stabilität Festsitzend, sehr stabil Festsitzend, sehr stabil Herausnehmbar, oft instabil
Komfort Hoch, fühlt sich natürlich an Hoch, wie eigene Zähne Eingewöhnung nötig, Druckstellen möglich
Kau- & Sprachfunktion Wie eigene Zähne Wie eigene Zähne Eingeschränkt bei festen Speisen
Behandlungsdauer Kurz, oft an 1 Tag Mehrere Monate mit Heilung Mehrere Termine nötig
Knochenabbau Verlangsamt sich Verlangsamt sich Fortschreitender Knochenabbau
Pflegeaufwand Wie bei natürlichen Zähnen Wie bei natürlichen Zähnen Herausnehmen & Reinigen

Wann ist eine herausnehmbare Prothese sinnvoller?

Eine herausnehmbare Totalprothese kann die passende Lösung sein, wenn medizinische Gründe gegen Implantate sprechen – etwa bei bestimmten Allgemeinerkrankungen oder bei Patienten, die keine chirurgischen Eingriffe wünschen. Auch bei begrenztem Budget bietet die klassische Prothese eine kostengünstige Versorgung, die trotz Einschränkungen in Komfort und Funktionalität eine akzeptable Ästhetik und Kaufunktion ermöglicht.

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